Digitales Clearing-Haus: Datenschutz-Kontrolleure kämpfen vereint

Digitales Clearing-Haus: Datenschutz-Kontrolleure kämpfen vereint

Am 3. Mai 2017 hat der EU-Datenschutzbeauftragte Giovanni Buttarelli in Brüssel die Einrichtung eines digitalen Clearing-Hauses bekannt gegeben.

Verbraucher-, Datenschutz- und Wettbewerbsbehörden sollen sich über dieses freiwillige Netzwerk besser über mutmaßliche Rechtsverstöße webbasierter Dienstleister wie Facebook austauschen und so einen ganzheitlichen Ansatz für gemeinsames Vorgehen entwickeln können.

Unternehmen sollten sich daher besonders genau über die geltenden Datenschutzgesetze informieren; besonders was die EU-weite Datenschutzgrundversorgung ab Mai 2018 betrifft.

 

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht

Die Datenschutzgesetze genau zu durchschauen, ist oft nicht so leicht. Schnell ist ein Fehler passiert und das Schlimme ist: Egal, ob Sie bewusst oder unbewusst gegen Datenschutzgesetze verstoßen, eine saftige Strafe ist Ihnen gewiss.

Die wichtigsten Datenschutzgesetze für Unternehmen haben wir für Sie schon bald in unserem Artikel zum Datenschutz im Unternehmen zusammengestellt. In dem Artikel „Datenschutz Strafen: Wie teuer werden Verstöße wirklich?“ erfahren Sie, was Sie erwartet, wenn Sie gegen das Datenschutzgesetz verstoßen.

Verstöße werden seltener übersehen

Wenn Verbraucher-, Datenschutz- und Wettbewerbsbehörden durch das digitale Clearing-Haus enger zusammenarbeiten, werden Rechtsverstöße schneller entdeckt und die beteiligten Kontrollämter profitieren gegenseitig von den jeweilig anderen Kompetenzen.

Das bedeutet natürlich auch, dass Sie beim Einhalten der Datenschutzgesetze nun noch sorgfältiger vorgehen sollten, denn Verstöße werden nur noch selten übersehen!

 

Vorsicht bei der Datenschutzregelung

Mit dem digitalen Clearing-Haus soll aber in erster Linie gegen das massenhafte Datensammeln und gegen Geschäftsmodelle, die Nutzer teilweise alternativlos mit grenzwertigen Datenschutzregeln konfrontieren, vorgegangen werden.

Diese Regelung betrifft Sie also nur, wenn Sie webbasierte Dienstleistungen anbieten.

Achten Sie in diesem Fall unbedingt darauf, Ihren Nutzern die Möglichkeit zu geben, ihre privaten Daten zu schützen. So bleiben Sie zum einen für Ihre Nutzer und zum anderen für alle zuständigen Behörden transparent und vertrauensvoll.

Bei Firmenfusionen

Planen Sie, mit einer anderen Firma zu fusionieren? Dann sollten Sie sich zunächst noch einmal genau über die bestehenden Regelungen in Bezug auf den Datenschutz informieren. Die Regeln zur Kontrolle über Firmenfusionen sollen nämlich im Zuge des digitalen Clearing-Hauses auch gleich reformiert werden.

Dadurch sollen insgesamt die Privatsphäre und die Meinungsfreiheit im Netz stärker geschützt werden.

 

Privacy-by-Design und Privacy-by-Default

Ein weiteres Thema, mit dem Sie sich unbedingt beschäftigen sollten, sind die Prinzipien Privacy-by-Design und Privacy-by-Default. Diese verlangen, dass die Datenschutzgesetze schon im Konzeptstadium von Standards, Produkten und Dienstleistungen integriert werden.

Das kann zum Beispiel bedeuten, dass durch die Technik von vorneherein nur noch erlaubte Datenerhebungen möglich sind oder dass in einer Software standardmäßig alle Datensammlungen deaktiviert sind und das so lange so bleibt, bis der Nutzer seine Daten aktiv freigibt.

Bald verpflichtend

Ab Mai 2018 tritt die europäische Datenschutzgrundversorgung in Kraft, in der von allen Anbietern verlangt wird, Privacy-by-Design- und Privacy-by-Default-Prinzipien anzuwenden.

Durch Events und Kommunikationswerkzeuge will Buttarelli Privacy-Prinzipien aber schon jetzt voranbringen. Sie können sich also gar nicht früh genug damit auseinandersetzen!

Welche weiteren Neuerungen durch die DSGVO auf Sie zukommen, können Sie demnächst in unserem Artikel zur DSGVO 2018 nachlesen.

 

Thema Datenschutz bleibt brisant

Die Einrichtung des digitalen Clearing-Hauses macht es noch einmal ganz deutlich: Datenschutz ist für alle Unternehmen ein wichtiges Thema.

Gerade in kleinen Unternehmen gibt es oft noch keinen Mitarbeiter, der sich ausreichend mit diesem Thema auskennt. Ist das bei Ihnen ebenfalls so, müssen Sie sich als Geschäftsführung dringend darum kümmern.

Hier spielt auch das Thema „Datenschutzbeauftragter“ eine entscheidende Rolle.

Der Datenschutzbeauftragte

Haben Sie keinen Datenschutzbeauftragten, wird Ihnen der Artikel „Datenschutzbeauftragter: Bestellen Sie den richtigen!“ behilflich sein. Dort erfahren Sie, ob Sie einen Datenschutzbeauftragten benötigen, wer für diese Rolle infrage kommt und welche Aufgaben dieser im Unternehmen übernehmen soll.

So viel sei aber vorab verraten: Ein Großteil der Unternehmen ist dazu verpflichtet, einen Datenschutzbeauftragten für das Unternehmen zu bestellen! Verstöße werden mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro bestraft. Mit Inkrafttreten der DSGVO werden die Strafen sogar noch wesentlich erhöht.