Lean Startup Methode

Lean Startup Methode heißt für Sie: mehr Innovation – weniger Risiko

Viel Kraft, Zeit und Geld: das kostet es Sie für gewöhnlich, Ihr Unternehmen zu gründen und Ihre Geschäftsidee zu verwirklichen. Aber was wäre, wenn Sie all diese Investitionen verringern könnten und trotzdem sicher wüssten, dass Sie auf Erfolgskurs sind?

Unmöglich!? Nicht ganz, denn mit der Lean Startup Methode – auf Deutsch schlanke Unternehmensgründung – erreichen Sie genau das!

Diese von Silicon Valley Entrepreneur Eric Ries entwickelte Methode hilft Ihnen nämlich, das Risiko der Unternehmensgründung und die Unsicherheiten, ob Ihre Idee überhaupt erfolgsversprechend ist, stark zu verringern.

Nicht nur für Startups!

Der Name Lean Startup klingt zwar, als sei diese Methode nur für Startups geeignet – also relativ junge Unternehmen –, aber weit gefehlt!

Eric Ries definiert alle Unternehmen als „Startups“, die ein innovatives Produkt oder eine innovative Dienstleistung unter unsicheren Bedingungen auf den Markt bringen wollen. Und diese Definition trifft auch auf größere, etablierte Unternehmen zu, die etwas Neues herausbringen möchten.

Beispiel: Dropbox

Der Filehosting-Dienst Dropbox ist ein gutes Beispiel. Dropbox wurde nicht nur durch die Lean Startup Methode bekannt und erfolgreich, sondern testet damit auch jetzt noch jede neue Geschäftsidee.

Warum? Ganz einfach, um sich vor Fehlinvestitionen zu schützen. Wie Dropbox die Lean Startup Methode anwendet, können Sie übrigens bald in einem eigenen Artikel über Dropbox als Lean Startup nachlesen.

 

Ihre Unternehmensdiät

In diesem Artikel lernen Sie die richtige Ernährung für ein schlankes Unternehmen. Warum ist schlank besser? Subjektive Schönheitsideale außen vor, schlank bedeutet agil. Sie bleiben also flexibel und können schnell auf neue Erkenntnisse reagieren.

Welche Vorteile die Lean Startup Methode hat und was die wichtigsten Schlüsselbegriffe und Kernkonzepte sind, erfahren Sie im Folgenden.

Bei der Umsetzung der Lean Startup Methode kann Sie übrigens die Business Model Canvas unterstützen. Es schafft Ihnen einen wertvollen Überblick über Ihre Unternehmung. Mehr zur Business Model Canvas lesen Sie in dieser brandneuen Anleitung: „Business Model Canvas: Geschäftsmodelle entwickeln, die funktionieren“.

 

Pluspunkte der Lean Startup Methode

Diejenigen, die noch nicht von der Lean Startup Methode überzeugt sind, begeistern wir mit ihren Vorteilen. Das Grundkonzept:

Die Lean Startup Methode hilft Ihnen, Geschäftsmodelle und Produktideen bereits in einem frühen Entwicklungsstadium zu testen. So erfahren Sie auch frühzeitig, ob es überhaupt einen Markt für Ihre Idee gibt oder ob Sie das Geschäftsmodell oder aber die Produkte abwandeln müssen.

+ Sparen Sie wertvolle Zeit!

Durch Anwendung der Methode sparen Sie viel Zeit, da Sie sich nicht lange mit einer umständlichen Planung aufhalten. Sie legen direkt los und bauen ein erstes Testprodukt.

Das Testprodukt machen Sie zügig dem Markt zugänglich und erhalten dadurch schnell Feedback, mit dem Sie Ihr Produkt weiterentwickeln können.

Die Entwicklungszyklen bleiben so sehr kurz. Das ist nicht nur effizient, sondern sorgt auch für Motivation und einen spannenden Prozess!

+ Schützen Sie sich vor Fehlinvestitionen!

Das frühe Testen einer Produktidee schützt Sie auch davor, viel Geld in ein Produkt zu investieren, nach dem es überhaupt keine Nachfrage gibt. Wenn Sie das schon sehr früh erkennen, können Sie Ihr Geschäftsmodell rechtzeitig ändern.

Auch bei der Weiterentwicklung Ihrer Idee können Sie durch die Lean Startup Methode profitieren. Mithilfe der Methode erkennen Sie schnell die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe. So können Sie zielgerichtet auf diese eingehen und sparen ebenfalls Geld.

+ Nutzen Sie Feedback zur Entwicklung!

Das Feedback Ihrer potenziellen Kunden kann Ihnen darüber hinaus wichtige Inspiration liefern. Die „Early Adopters“ sind die ersten, die sich für Ihr Produkt interessieren. Aus ihrem Verhalten und ihrem Feedback können Sie interessante Schlüsse ziehen.

Beispiel: Instagram war vorher Burbn

Die beliebte Foto- und Videosharing-Plattform Instagram ist dafür ein gutes Beispiel.

Unter dem Namen Burbn wollten die Gründer ursprünglich eine Check-in-Plattform mit Gaming-Elementen gründen, aber die Nutzer interessierten sich hauptsächlich für die Fotoposting-Funktion. Also beschlossen die Entwickler, ihre Geschäftsidee dementsprechend anzupassen: Aus Burbn wurde Instagram.

Einen solchen Kurswechsel nennt man in der Fachsprache „Pivot“. Die Kunst besteht darin, durch genaues Beobachten und Messen rechtzeitig zu erkennen, wann und vor allem wie Sie Ihr Geschäftsmodell umstellen müssen.

In einem eigenen bald erscheinenden Artikel erklären wir Ihnen, wie Sie selbst den Erfolg Ihrer Unternehmensidee richtig messen und den Zeitpunkt für einen Pivot erkennen.

 

Der Kreislauf der Lean Startup Methode

Die Lean Startup Methode ist ein Kreislauf aus den drei Aktivitäten bauen, messen und lernen.

Bei dieser Methode bauen Sie nach Ihrer Idee schnellstmöglich ein Testprodukt. Dieses wird dann dem Markt zugänglich gemacht und Sie messen die Reaktionen. Anhand der Reaktionen lernen Sie, was es zu verbessern gibt.

Dann beginnt der Kreislauf von Neuem!

 

Lean Startup Methode

BAUEN: Das Minimum Viable Product bauen

Wenn Sie die erste Version Ihrer Produktidee bauen, müssen Sie darauf achten, dass Sie mithilfe dieser Version schon das Potenzial Ihres Produkts vermitteln können. Die Nutzer müssen erkennen können, wofür man Ihr Produkt verwendet und was das Besondere ist.

Alle unnötigen Funktionen, die nicht zum Hauptzweck der Idee beitragen, sollten Sie hier weglassen. Sparen Sie an dieser Stelle lieber die Ressourcen und nutzen Sie sie in einem späteren Schritt. Konzentrieren Sie sich ausschließlich auf die wichtigsten Produktmerkmale.

Minimum Viable Product (MVP) nennt sich diese erste Produktversion – das minimal brauchbare Produkt.

Beispiel: Zappos

Der amerikanische Online-Schuhhändler Zappos hat dieses Prinzip besonders beispielhaft genutzt: Um herauszufinden, ob ein Online-Schuhmarkt existiert, fotografierte der Gründer verschiedene Schuhmodelle in Schuhgeschäften und stellte diese Bilder online. Wenn jemand die Schuhe kaufen wollte, ging er in das Geschäft, bezahlte die Schuhe und schickte Sie an den Kunden.

Diese Version eines Online-Schuhhändlers war Zappos‘ Minimum Viable Product. Sie kostete den Gründer vielleicht etwas Zeit, aber so gut wie kein Geld und brachte zudem die Gewissheit, dass diese Geschäftsidee Erfolg verspricht.

Zu Zappos‘ Entwicklung mithilfe der Lean Startup Methode finden Sie demnächst noch mehr Informationen in einem weiteren Artikel.

MESSEN: Hypothesen aufstellen – Reaktionen messen

Wenn Sie Ihr Produkt auf den Markt gebracht haben, versuchen Sie, die Antworten auf gewisse Hypothesen zu finden. Ihre Hypothesen bilden Sie anhand der folgenden Fragen:

  • Gibt es nach meinem Produkt eine Nachfrage?
  • Wie kann ich den Wünschen meiner Zielgruppe näher kommen?
  • Was muss ich eventuell an meinem Produkt verändern?

Wichtig ist dabei, dass Sie Ihr entwickeltes Produkt und die Reaktionen der Nutzer richtig einschätzen können.

Testvarianten

Um das Interesse, die Nachfrage sowie die Funktionalität des Produkts zu testen, können Sie verschiedene Methoden und Testvarianten anwenden. Die Kennzahlen, die Sie mit diesen Messungen erreichen, nennen sich Actionable Metrics.

Eine verbreitete Testmethode ist zum Beispiel der Split Test. Bei diesem Test teilen Sie Ihre Kunden in zwei Gruppen auf. Die eine Gruppe lassen Sie weiterhin die alte Produktversion nutzen, der anderen Gruppe stellen Sie künftige Änderungen an Ihrem Produkt zur Verfügung.

Anhand der Reaktion der zweiten Gruppe können Sie dann ablesen, ob Sie die Änderungen allen Nutzern zugänglich machen sollten oder, ob es sich aus Nutzersicht sogar um eine Verschlechterung handelt.

In dem Artikel zum Pivot werden Sie noch weitere Methoden erfahren, um den Erfolg einer Geschäftsidee zu prüfen.

LERNEN: Aus den Messungen lernen

Die größte Herausforderung besteht nun darin, aus dem gewonnenen Feedback zu lernen und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Ein Produkt, das schon im Rohzustand keinerlei Anklang gefunden hat, wird auch durch Weiterentwicklung keinen Treffer landen!

Der Kreislauf beginnt

Landen Sie keinen Treffer, müssen Sie innovativ werden und in eine neue Richtung denken. Dafür entwickeln Sie neue Hypothesen und beginnen wieder mit der Bauen-Phase, in der Sie Ihr Produkt an die gewonnenen Erkenntnisse anpassen und erneut testen.

Diesen Zyklus wiederholen Sie dann immer wieder – und zwar so oft, bis Ihr Produkt an die Bedürfnisse der Zielgruppe optimal angepasst ist.

Dieses Ziel nennt man Produkt-Markt-Fit – Ihr Produkt ist nun also fit für den Markt!

 

Seien Sie ein innovatives Unternehmen!

Schützen Sie keine Müdigkeit vor, wenn Sie die Entwicklungszyklen Ihres Produktes durchlaufen. Viele Startups scheitern tatsächlich nur deshalb, weil sie nicht schnell genug handeln, sich zu langsam verändern!

Die Lean Startup Methode anzuwenden, heißt auch, schnell zu sein. In einem Artikel über den Zusammenhang von schlanken Unternehmen und Innovationen erfahren Sie, warum das Tempo eine zentrale Rolle auf Ihrem Weg zum Erfolg spielt.

Hier können Sie weiterlesen und -lernen

Haben wir Sie jetzt neugierig gemacht? In dem bald erscheinenden Artikel über das Minimum Viable Product können Sie bereits den ersten Schritt in Richtung Umsetzung gehen. Die Methode ist aber auch Grundstein vom sogenannten Design Thinking – ein Kreativprozess, der den Nutzer ins Zentrum der Entwicklung von Ideen stellt. Mit Design Thinking attraktive Produkte zu entwickeln, lernen Sie auch in unserem Online-Kurs „Design Thinking: Produkte wirkungsvoll testen und entwickeln“.

Um zunächst ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln oder ein bestehendes Geschäftsmodell auszubauen, arbeiten Sie am besten mit dem Business Model Canvas.

In weiteren Artikeln können Sie sich von Erfolgsunternehmen wie Dropbox, Airbnb und Android inspirieren lassen, die mit der Lean Startup Methode beeindruckende Erfolge erzielt haben.

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Vielleicht gesellt sich Ihr Unternehmen bald dazu!